So feiern die Schweden - Traditionen und Festbräuche
 
Schwedische Festbräuche haben häufig alte Wurzeln, die zum Teil bis ins heidnische Schweden zurück reichen. Andere Feiertraditionen sind durch deutsche Kaufleute ins Land gekommen oder von der protestantischen Kirche geprägt worden.

 
 
 
Als Mittsommerfest...
 
...werden die Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni bezeichnet. In den nordischen Ländern, in denen die Nächte zu dieser Jahreszeit kaum dunkel werden ("Weiße Nächte"), sind diese Bräuche besonders lebendig. Aber auch in Norddeutschland sind diese Traditionen gut bekannt.

Mittsommer ist in Schweden ein Highlight, das zweitgrößte Fest des Jahres, das man mit Verwandten, Freunden und Nachbarn feiert. Nach einem Gesetz aus den 50iger Jahren  wird es in Schweden an dem Freitag gefeiert, der dem längstem Tag des Jahres am nächsten liegt. Der Freitag wird Mittsommerabend (midsommarafton) genannt und der Samstag Mittsommertag (midsommardag).

Am Mittsommerabend wird die Mittsommerstange (Midsommarstången bzw. Majstången) aufgestellt.  Die Stange wird mit Blättern und Blumen geschmückt und aufgerichtet, danach wird im Kreis um sie herum getanzt. Zum Fest zieht man sich gut an,  viele tragen zu dieser besonderen Gelegenheit  ihre Trachten. Der Brauch ähnelt in vielem dem deutschen Maibaumaufstellen.


Das Luciafest...

 
...steht in der Tradition älterer Sonnenwendfeierlichkeiten. Das Fest fällt immer auf den 13. Dezember, der in den christlichen Kirchen der Gedenktag der Heiligen Lucia von Syrakus ist und vor der Gregorianischen Kalenderreform der kürzeste Tag des Jahres war. Es ist kein gesetzlichen Feiertag, aber  ein vorweihnachtlicher Brauch, der in Schweden weit verbreitet ist.
Eine besondere schwedische Ausprägung des Festes lässt sich frühestens für das Mittelalter nachweisen. Aus dieser Zeit gibt es Berichte über Feierlichkeiten, mit denen die Landbevölkerung das Ende der vorweihnachtlichen landwirtschaftlichen Arbeiten und den Beginn des Weihnachtsfastens beging. Ab etwa 1760 berichten Zeitzeugen erstmals vom Tragen weißer Gewänder auf Gutshöfen in Westschweden. Dort entstand demnach, begrenzt auf einen kleinen Teil des Landes und der Bevölkerung, das heute auffälligste Element des Luciafestes.

Zu einem landesweiten Brauch entwickelte sich das Luciafest erst in den letzten hundert Jahren. Ende des 19. Jahrhunderts wurde vom Stockholmer Freilichtmuseum Skansen die westschwedischen Luciatraditionen aufgegriffen, um sie den nachfolgenden Generationen zu bewahren. DerBrauch wurde von der Bevölkerung gern angenommen. Als eine Stockholmer Zeitung im Jahr 1927 zum ersten Mal eine Lucia wählte, entwickelte sich das Luciafest zu schwedischem Brauchtum.

Obwohl das Luciafest dem Namen nach ein Heiligengedenktag ist, ist es heute wenig kirchlich geprägt. Die wichtigsten Elemente sind das Tragen weißer Kleidung und Kerzen, der Verzehr von traditionellem Safrangebäck (lussekatter), das Singen von Lucialiedern, und die Wahl einer örtlichen Lucia.

 

Die Feierlichkeiten beginnen meist am Morgen in der Familie und setzen sich in Kindergärten, Schulen und am Arbeitsplatz fort. Ein Mädchen, in der Familie traditionell die älteste Tochter, spielt die Lucia. Sie trägt ein weißes Gewand, ein rotes Band um die Taille und einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Ihr folgen oft weitere Mädchen (tärnor), die Kerzen in den Händen halten, und manchmal auch Sternenknaben (stjärngossar), Pfefferkuchenmännchen (pepparkaksgubbar) und Wichte (tomtar) in einem Umzug. Heutzutage tragen die Kinder  überwiegend elektrische Kerzen.

Inwieweit das Luciafest in seiner in Schweden populären Ausprägung tatsächlich mit der Heiligen Lucia in Zusammenhang steht, ist unklar. Einerseits findet das Fest am 13. Dezember statt, der Tag, der lange Zeit der kürzeste Tag des Jahres war. Andererseits passt das Element des auf dem Kopf getragenen Kerzenkranzes zur Beschreibungen der Heiligen Lucia. Von dieser wird berichtet, dass sie einen Kerzenkranz auf dem Kopf trug, damit sie die Hände frei hatte während sie andere Frühchristen heimlich mit Lebensmitteln versorgte. Geht man einen Schritt weiter, lässt sich das weiße Gewand mit um die Taille geschlungenem roten Band als Verweis auf Lucias Märtyrertod deuten. Der Überlieferung zufolge starb sie nämlich an einem Dolchstoß in den Hals, nachdem sie ihr Keuschheitsgelübde auch unter Androhung der Todesstrafe nicht widerrufen hatte. Somit steht das weiße Gewand für ihre Keuschheit, und das rote Band für ihren blutigen Tod.

Das Jul-Fest

In Schweden findet man neben dem  bei uns praktizierten, noch relativ jungen Brauch vom Weihnachtsmann und Tannenbaum auch noch ältere Traditionen, bei denen ein Jahresabschnitt, der Abschluss der Ernte gefeiert wird.

Unter dem schwedischen Weihnachtsbaum steht meist noch ein großer "Julbock" aus Stroh , der den  Kindern die Geschenke bringt und mit Päckchen behangen ist.
Das Julfest ist der Vorläufer des Weihnachtsfestes, das die heidnischen Germanen zur Wintersonnenwende feierten.
Der eigentliche Mittelpunkt am Weihnachtsabend ist das gemeinsame Essen. Nach dem Nachtisch werden die "Julklapp"-Päckchen aus den Verstecken geholt. Beim Brauch des Julklapp wird ein in vielen Hüllen gepacktes Geschenk in den Raum geworfen und dabei "Julklapp! Julklapp!" gerufen. Bei diesen Geschenken ist weniger der materielle Wert von Bedeutung als die Kleinigkeit oder der Vers, der immer in positiver oder negativer Hinsicht auf die Person des Beschenkten ausgerichtet ist. Keiner darf auspacken, ohne das Verschen vorzulesen. - Wenn sich das Gelächter über diese Reimchen gelegt hat, wenn die Geschenke begutachtet und bewundert worden sind, dann wird um den Weihnachtsbaum getanzt.
Am ersten Weihnachtstag geht es zur Kirche, dabei säumen brennende Kerzen in den Fenstern der Landgemeinden den Weg. Dieser Tag ist ruhig und beschaulich. Die Nachbarn und Bekannten besuchen einander, die Kinder beschäftigen sich mit den neuen Spielsachen oder ziehen von Haus zu Haus und wünschten "God Jul".

 

Gesetzliche Feiertage sind:

 

Neujahrstag

 01.Januar eines jeden Jahres

Heilige Drei Könige

06.Januar  eines jeden Jahres

Karfreitag

fexibel, 2007 am 06. April

Ostermontag

flexibel, 2007 am 09. April

Tag der Arbeit

01.Mai eines jeden Jahres

Christi Himmelfahrt

flexibel, 2007am 17.Mai

der Nationalfeiertag

06.Juni eines jeden Jahres

Mitsommertag

flexibel, um den 24.06.

1. Weihnachtsfeiertag

25. Dezember eines jeden Jahres

2. Weihnachtsfeiertag

26.Dezember eines jeden Jahres