Das germanische Götterverständnis anhand der nordischen Mythologie

 

Die reichhaltigste Überlieferung germanischen Götterverständnis stellt die Nordische Mythologie dar.
Weil die nordischen Mythen den
kontinentalgermanischen Mythen sehr ähnlich sind, wird davon ausgegangen,
dass es ursprünglich eine Göttergesellschaft war und sich Kulte, Namen und Mythen in den verschiedenen Räumen
im Laufe der Zeit auseinander entwickelt haben.

Die nordische Mythologie war weder an eine religiösen Gesellschaft gebunden noch entsprang sie einem zusammenhängenden
religiösen System. Sie war also nie „
Religion“ im heutigem Sinn. Es gab auch keine Instanz, die den Glaubensinhalt
festlegte. Die Mythen waren eher ein theoretischer Überbau für bestimmte Kultformen.

 Leider gibt es nur sehr wenige schriftliche Zeugnisse aus der Zeit der mythischen Kulte. Diese Zeugnisse sind in  Metall
oder Stein geritzten
Runeninschriften.
Die meisten Informationen über die germanische Mythologie stammen aus römischen und christlichen Schriften, jedoch sind
diese weder aus erster Hand noch sind sie neutral.

Die Götterwelt der Germanen begründet sich auf drei Geschlechter, die alle aus dem Urchaos und einem Urrind hervorgingen:
Das Geschlecht der Riesen und Ungeheuer, zu denen praktisch alle bösen Wesen gehörten, die auch für Naturkatastrophen
verantwortlich gemacht wurden, kam als erstes auf die Welt.
Riesen stehen für die chaotischen, unzähmbaren und den Menschen und alles Sein bedrohende Naturgewalten
(Erdbeben, Fluten, Eis, Feuer, Kälte)

Riesen werden in der altnordischen Mythologie  Jötun, bzw. Jöten genannt, was man mit „die Gefräßigen“ übersetzen könnte.
Jötun wird sowohl für weibliche als auch für männliche Riesen verwendet.
Die Jötunen wohnen in Jötunheim, das jenseits der von Menschen bewohnten Erde liegt. Der Herr dieses Reiches,
das mit dem Totenreich zusammenfällt, ist Utgardloki.
Sie sind die Nachkommen des Urriesen Ymir und lebten bereits vor der Geburt der Götter.
Dieses Geschlecht hat die Macht, die Welt zu vernichten. Damit dies nicht passiert, entstanden Wanen und Asen.
Den Asen und Menschen gegenüber sind sie teils (wie zum Beispiel Ägir und Mimir) freundlich gesinnt.
Andere Jötunen aber sind Bedrohungen für die Asen. Thor bekämpft sie deshalb ständig. Dieser Kampf wird bis zu Ragnarök
anhalten.
Asen und Wanen halten das Kräfteverhältnis im Gleichgewicht, bis sich das Schicksal der Götter in einem finalem Kampf erfüllt,
infolgedessen es zu einem Krieg zwischen Riesen und dem Asen-Wanen-Bund kommt, dem sich die gefallenen Menschenkrieger
anschließen und in dem die ganze Welt vernichtet wird, um wiedergeboren zu werden.

 



Die Wanen sind das zweitälteste Geschlecht nach den Riesen, sie wurden als äußerst geschickt, erdgebunden und weise verehrt
und lebten ewig, sofern sie nicht erschlagen wurden.

Das jüngste Geschlecht, die Asen, galten als äußerst mutig und stark, aber nicht sehr klug, was man in der Edda nachlesen kann.
Ihr Ewiges Leben verdanken sie einem Trunk, der sie gewissermaßen abhängig von den Wanen machte.
Trotzdem war es ein Ase, Odin, der Midgard - die Mittelerde, und somit die Welt der Menschen schuf.


Asen und Wanen fochten einen großen Krieg aus, bei dem die Asen als Sieger hervorgingen, wobei die Wanen weiterhin eine geachtete
Stellung inne hatten.

 

Es gibt Spekulationen über einen historischen Hintergrund, nämlich dass asengläubige Krieger wanengläubige Bauern unterworfen
hätten oder einfach nur der Wanenkult von einem Asenkult abgelöst worden sei oder auch, dass hier verschiedene Lebensentwürfe gegeneinander gestellt werden sollten.