Schwedens Geschichte

 

Schon Plinius der Ältere schrieb im Jahre 79 nach unserer Zeitrechnung über Scantinavia, einer großen Insel,
auf der das Volk der Hillevionen lebt. Das wird als  erste Erwähnung Skandinaviens gewertet.
Im Jahre 98 nach unserer Zeitrechnung  schreibt Tacitus in seiner „Germanica“ vom Volk der Suionen, die im
Ozean selbst leben und über eine mächtige Flotte verfügen.


Die erste kartografische Darstellung Skandinaviens findet man auf der Weltkarte des Ptolemäus,
120  nach unserer Zeitrechnung.

 Um 300 nach unserer Zeitrechnung treten im heutigen Mittelschweden Svear und Göten als Stämme hervor.
Das frühe Stammeskönigtum  der vereinten Svear-Stämme bezeugen große Grabhügel bei den alten
Kult- und Herrscherstätten Alt-Uppsala und Vendel und Schiffsbeisetzungen.

Während des frühen Mittelalters (um 800 bis 1000) waren die Wikinger die Beherrscher der europäischen Meere
und Küstengegenden. Die schwedische Wikinger orientierten sich Richtung Osten nach
Russland und wirkten am
Aufbau der
Kiewer Rus mit.

Der erste Kontakt mit dem Christentum entstand durch die Missionstätigkeiten  des später von Papst Nikolaus I.
heilig gesprochenen Ansgar, Erzbischof von Hamburg-Bremen. Dieser unternahm um
830 und 853 zwei Missionsreisen
nach Schweden, die aber noch keinen Erfolg zeigten. Im Jahr
1008 ließ sich Olaf Skötkonung, König von Schweden, taufen
und übernahm die in Mitteleuropa schon lange ausgebildete staatlichen Verwaltungsformen für Schweden. Aber  
weite Teile
der Bevölkerung blieben bis ins 12. Jahrhundert heidnisch und
1160 wurde König Erik IX. nach dem Besuch einer Messe von
Adligen  ermordet, die mit den Veränderungen nicht einverstanden waren.
1164 wurde das Erzbistum Uppsala errichtet,ein wichtiger Meilenstein bei der Christianisierung Schwedens.


Im Jahr
1397 bildetete die dänische Königin Margarethe I. (Bild) die Kalmarer Union. Durch Erbschaft und Heirat hatte sie
die norwegische und schwedische Krone erlangt. Dieses Kombinat dreier Reiche unter dänischer Krone blieb bis
1523 bestehen.


Anfangs hatten schwedische Adlige und später auch die Bevölkerung gegen die dänische Vorherrschaft aufbegehrt.
Diese Proteste versuchte König
Christian II.  1520 zu brechen, indem die adligen Anhänger des Reichsverwesers Sten Sture in Stockholm hingerichtet wurden. Dieses Ereignis ging in die Geschichte als "Stockholmer Blutbad" ein. Daraufhin beseitigte Gustav Eriksson Wasa von Dalarna  mit Unterstützung Lübecks die Dänenherrschaft und  wurde 1523 als GustavI. zum König gekrönt. Die Brüder Olavus und Laurentius Petri, die in Deutschland Bekanntschaft mit der Lehre Martin Luthers gemacht hatten, missionierten für den Protestantismus in Schweden. Viele kirchliche Traditionen , die im deutschen Protestantismus aufgehoben wurden, sind beibehalten, solange es nicht als Aberglaube und Irrlehre galten. Die Reformation brachte viele neue Handbücher und Ordnungen mit sich. Das Neue Testament kam  1526 auf schwedisch heraus und  1530 wurde entschieden, daß die Messe in der Landessprache gelesen werden sollte. Im Jahre 1541 erschien die erste vollständige Bibelübersetzung ins schwedische.  1544 wurde Schweden zum evangelischen Reich erklärt. Eine neue Kirchenordnung wurde im Jahre 1571 verabschiedet. 

Das 17. Jahrhundert der schwedischen Geschichte ist geprägt von Versuchen des Königshauses, eine Vormachtstellung
im Ostseeraum zu erlangen. Durch den Bürgerkrieg in
Russland konnte Schweden die Kontrolle über Estland erlangen.
Von 1611 und 1613 fochten Dänemark und Schweden den Kalmarkrieg aus, der einen Sieg der Dänen und die Abgabe
der
Finnmark an das unter dänischer Herrschaft stehende Norwegen führte.
König
Gustav Adolf  II. (Bild) schaltete sich aktiv in den 30-jährigen Krieg ein und eroberte weite Teile der katholischen Gebiete
Deutschlands.
1632 fiel er in der Schlacht von Lützen.



1648 erlangt Schweden im westfälischen Frieden große Küstengebiete hinzu.
Nach einem Krieg gegen Dänemark kam
1658 im Frieden von Roskilde das heutige Südschweden inklusive dem wichtigen Schonen zu Schweden.

Ein jähes Ende fanden die Großmachtsträume unter König Karl XII., der im nordischen Krieg von den Russen und den Dänen
geschlagen wurde. Schweden musste daraufhin seine Besitzungen im Baltikum abgeben.
In diese Zeit fallen auch verschiedene Kolonialisierungsbestrebungen der Schweden, die letztendlich aber scheitern. Erst nach dem Verlust Finnlands an das
russische Zarenreich 1809 und den Napoleonischen Kriegen, in deren Folge Schweden von Dänemark das Königreich Norwegen abgetreten bekam, endete die schwedische Verwicklung in Kriege und größere Kampfhandlungen und die „ schwedische Neutralitätspolitik“ nahm ihren Anfang.